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Filme und Psychologie
hallöle,
da ich mich sehr für filme und ihre psychologie interessiere,
wollte ich mal einen thread zu diesem thema eröffnen.
ich habe vorgestern den film "event horizon" gesehen und fand den
schon früher recht gut. aber die kommentare und meinungen zu diesem
film finde ich doch recht dürftig und frage mich des öffteren, ob
die kommentatoren oder kritiker die filme überhaupt wirklich verstehen
oder einfach nur alles aufzählen, was sie gehört haben, um so etwas
intelligenter zu wirken.
"bei Wikipedia findet sich diese negative Kritik von TV-Spielfilm :
"Ein Hoch auf die geniale Tricktechnik, ein Bäh für den einfallslosen Skript-Autor, der diesen intergalaktischen Mist verzapft hat. [...] Wer damit beschäftigt ist, erschrocken zusammenzuzucken, denkt nicht darüber nach, wie hanebüchen und zusammengeklaut die Geschichte ist. Denn ‚Event Horizon‘ ist nichts weiter als ein schaler Science-fiction-Cocktail aus ‚haunted-house‘-Geschichte und ‚Alien‘ ohne Alien: Nicht ein übermächtiges Monster dezimiert die Rettungsmannschaft, die auf dem titelgebenden Riesenraumschiff nach Überlebenden sucht, sondern das Schiff selbst. Und das ist schon der originellste Twist dieses Sci-fi-Horror-Abenteuers. Der Rest sind Klischee-Dialoge (‚Wir müssen hier raus!‘ - ‚Ja!‘), viel Krachbumm (‚Bumm!‘), die bereits erwähnten Schocks und eine stattliche Menge state-of-the-art-Effekte..."
an diesem kleinen beispiel (kritik aus tvspielfilm) sieht man deutlich, wie wenig die kritiker nachdenken und das net alles gut geschrieben ist auf wiki:)
wie kommt der schreiber auf "haunted house" und "alien" (ohne alien?!)?
ich kenne alle drei filme, aber kann bei bestem willen keine parallelen zwischen ihnen finden!
wenn man sich andere filme von anderson anschaut, versteht man vielleicht, dass er eher ein vertreter des einfachen actionfilms ist...also kleine geschichten ohne große tiefe erzählt...das kann er meiner meinung nach aber net schlecht.
der schreiber behauptet auch, dass das schiff die menschen tötet. auch das ist zu einfach ausgedrückt! das raumschiff ist auf der "anderen seite" gewesen (wo genau, ist für den film und die geschichte nicht wichtig und wird auch nicht gesagt) und hat "etwas" von dort in die normale welt mitgebracht...und dieses etwas ist für das geschehen auf dem schiff verantwortlich.
und genau aus diesem grunde wurde sicher der titel "event horizon", also "ereignisshorizont" (ein physikalischer raum-zeit-begriff) gewählt.
es geht also nicht um ein böses raumschiff (das wäre zu simpel, was leider der schreiber nicht feststellte), sondern eher um eine theologische (oder auch physikalische) frage...gibt es etwas ausserhalb der normalen welt...und was finden wir dort?!
das anderson dieses thema nur aus der sicht des bösen betrachtet, ist sicher dem genre film zu "verdanken". aber jedem filmfan ist doch klar, dass ein film letztlich keine psychologische abhandlung sein kann! in erster linie geht es doch um spannung und spass...und genau das hat der film "event horizon" für mich geschafft.
jeder film hat seine fans und kritiker. aber wenn man schon etwas für wikipedia schreibt, dann sollte man doch etwas mehr nachdenken und nicht sachen sich aus den fingern saugen, die mit dem thema nichts zu tun haben (siehe "alien")
eure dd

hier habe ich noch eine kritik:
"Ein sehr spannender, technisch nahezu perfekter Sci-Fi-Horrorthriller, der eine ziemlich gute Hintergrundgeschichte besitzt, ihr großes Potenzial jedoch leider nicht ausschöpfen kann, sodass- storytechnisch- am Ende ein leicht bitterer Nachgeschmack von einem "Da wäre doch mehr dringewesen..." bleibt. Diese Schwäche wird dafür mit einer sehr dichten und spannenden Atmosphäre, einem sehr beeindruckenden Raumschiffsdesign und vielen grandios gefilmten, sehr ästhetischen Sequenzen wiedergutgemacht. Der Film ist eine Art Horror-Remake von Solaris, das zwar an keiner Stelle dessen Philosophie und Anspruch erreicht, dafür aber mit tollen Schock- und Gewalteffekten punktet.
Vor allem für alle zu empfehlen, die auf klaustrophobische Weltraumfilme im Stile von Alien stehen oder auch mal ihr Auge verwöhnen wollen, denn der Film lebt vor allem von seiner Visualität"
dem ersten teil dieser meinung kann ich mich anschließen.
aber diesen film mit "solaris" zu vergleichen ist einfach nur blödsinn!
wie oben beschrieben, behandelt "event horizon" die physikalischen aspekte und die möglichkeit des bösen (bzw. des ungewissen).
diese physikalischen dinge spielen bei "solaris" überhaupt keine rolle. hier geht es eindeutig um das menschliche wesen, denken und handeln an sich. was definiert uns also...und vorallem, worin besteht unsere individualität. gerade dieser punkt wird sehr deutlich in dem auftreten der toten frau (erinnerung) und der neu erschaffenen "frau".
schaut man sich dann noch die ürsprünge des films an (lem (roman), tarkowski(film); beides in der udssr entstanden), kann man sich die psychologie des films auch leichter herleiten.
gerade die fehlende individulität des menschen in dem system der udssr ist das hauptthema (besser gesagt, der ansatz) des buches und des films.
eure dd
Wer sich tief weiß, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.